Mailand, 5. Februar 2026 – Das lang ersehnte Olympia-Comeback der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen endete mit einer Niederlage, die deutlicher klingt, als der Spielverlauf über weite Strecken war. Vor 2.455 Zuschauern in der Milano Rho Ice Hockey Arena unterlag das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod den favorisierten Schwedinnen mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1).
Den Ausschlag gaben vor allem die Special Teams: Während Deutschland seine Chancen nicht konsequent nutzte, agierte Schweden im Powerplay eiskalt.
Blitzstart für Deutschland und historischer Moment bei den Olympischen Spielen 2026
Das Spiel begann für die DEB-Auswahl wie gemalt. Nach zwölf Jahren Abstinenz von der olympischen Bühne dauerte es lediglich achteinhalb Minuten, bis Deutschland jubeln durfte. In einem frühen Powerplay bediente Lilli Welcke die Verteidigerin Nina Jobst-Smith, deren präziser Schuss den Weg vorbei an Ebba Svensson Träff ins Netz fand. Es war das erste deutsche Olympia-Tor seit Sotschi 2014.
Die Freude währte jedoch nur kurz. Schweden erhöhte sofort den Druck und antwortete nur drei Minuten später. Lina Ljungblom, die in der nordamerikanischen Profiliga PWHL unter Vertrag steht, bewies ihren Torinstinkt und stocherte den Puck in der 12. Minute zum 1:1-Ausgleich über die Linie. Trotz eines deutlichen Schussvorteils für die Skandinavierinnen (14:6) rettete die starke deutsche Torhüterin Sandra Abstreiter das Unentschieden in die erste Pause.
Schwedisches Powerplay bringt die Entscheidung im zweiten Drittel
Das zweite Drittel war geprägt von der Klasse der schwedischen Überzahl-Formationen. In der 28. Minute schlug erneut Ljungblom zu: Nach einer sehenswerten Kombination drückte sie den Puck aus kürzester Distanz zur erstmaligen schwedischen Führung über die Linie.
Deutschland versteckte sich keineswegs und kam durch Celina Haider zu einer hochkarätigen Ausgleichschance, doch die Belohnung blieb aus. Stattdessen sorgte eine strittige Schiedsrichterentscheidung kurz vor der zweiten Pause für die Vorentscheidung. Während klare Fouls der Schwedinnen ungeahndet blieben, musste Emily Nix in die Kühlbox. Die NCAA-Verteidigerin Mira Jungaker nutzte den Platz und traf 40 Sekunden vor Drittelende zum psychologisch wichtigen 3:1.
Deutschland gibt alles, aber bleibt ohne Torerfolg
Im Schlussabschnitt versuchte die DEB-Auswahl noch einmal das Spiel zu drehen. Besonders Jobst-Smith prüfte die schwedische Torhüterin mehrfach, doch das nötige Scheibenglück fehlte. In der 52. Minute sorgte ein perfekt vorgetragener Konter für die endgültige Entscheidung: Thea Johansson hielt nach Zuspiel von Hilda Svensson die Kelle hin und markierte den 4:1-Endstand.
Statistiken zum Eishockeyspiel der Frauen Deutschland – Schweden bei Olympia 2026
Ergebnis: Deutschland – Schweden 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)
Tore: 0:1 Jobst-Smith (9.), 1:1 Ljungblom (12.), 2:1 Ljungblom (28./PP), 3:1 Jungaker (40./PP), 4:1 T. Johansson (52.)
Strafminuten: Schweden 2, Deutschland 8
Zuschauer: 2.455
Der Kader von Deutschland
Abstreiter – Hark, Gleißner; Jobst-Smith, Strobel; Schaffrath, Hoppe; Schmitz, Häckelsmiller – Nix, Hadraschek-Eisenschmid, Kluge; Voigt, Li. Welcke, Lu. Welcke; Schiefer, Haider, Feldmeier; Christof, Bartsch, Heine.
Der Kader von Schweden
Svensson Träff – Jungaker, Nylen Persson; Kjellbin, Raunio; Adolfsson, Karlsson; Andersson – Svensson, Olsson, T. Johansson; Thuvik, Hjalmarsson, L. Johansson; Hallin, Bouveng, Lundin; Wikner Zienkewicz, Ljungblom, Hall.
Ausblick: Schlüsselspiel für Deutschland gegen Japan
Trotz der Niederlage war der Auftritt der deutschen Mannschaft gegen die hochkarätig besetzte schwedische Auswahl (zehn Nordamerika-Legionärinnen) ein Versprechen für die kommenden Aufgaben bei Olympia 2026. Die körperliche Präsenz und das läuferische Niveau stimmten optimistisch.
Das nächste Spiel am Samstag um 12:10 Uhr gegen Japan wird nun bereits wegweisend für den Kampf um den Einzug in das Viertelfinale des olympischen Eishockeyturniers.
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