Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen hat die Vorrunde beim olympischen Turnier 2026 mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. In einer über weite Strecken zähen Partie gegen Gastgeber Italien sorgte Laura Kluge kurz vor Schluss für den 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)-Siegtreffer. Damit zieht die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein.
Bereits vor dem ersten Bully in der Mailänder Arena herrschte Gewissheit: Da Schweden zuvor Japan mit 4:0 besiegt hatte, war das Ticket für die K.-o.-Runde des olympischen Eishockeyturniers für beide Teams bereits gelöst.
Last-Minute-Sieg in Mailand: Laura Kluge schießt DEB-Frauen auf Platz zwei
Dementsprechend schleppend verlief der Beginn. Zwar hatte Svenja Voigt nach nur 57 Sekunden die Führung auf dem Schläger, scheiterte aber an der starken italienischen Torhüterin Gabriella Durante. In der Folge flachte die Partie merklich ab; beiden Teams mangelte es an der nötigen Intensität und Präzision im Passspiel.
Kalte Dusche nach der ersten Drittelpause
Das zweite Drittel begann mit einem Paukenschlag für die Gastgeberinnen. Nur 21 Sekunden nach Wiederbeginn fälschte Justine Reyes einen Schuss von Anna Caumo unhaltbar für Sandra Abstreiter zum 1:0 ab (21.). Deutschland wirkte in dieser Phase ideenlos und hatte Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten, als Matilde Fantin bei einem Konter nur das Torgestänge traf (30.).
Mitten in diese Drangphase der Italienerinnen hinein war es Laura Kluge, die die deutsche Offensive wachküsste. Mit einer entschlossenen Einzelaktion über den linken Flügel bediente sie Emily Nix, die zum 1:1-Ausgleich vollendete (33.). Trotz des Treffers blieb das Spiel ein „Arbeitssieg“ im wahrsten Sinne des Wortes: Sowohl Kapitänin Daria Gleißner als auch Luisa Welcke mussten nach harten Aktionen kurzzeitig angeschlagen vom Eis, konnten aber später weiterspielen.
Laura Kluges Geniestreich bringt die Entscheidung kurz vor dem Ende
Im Schlussabschnitt erhöhten beide Teams die Schlagzahl. Deutschland ließ dabei jedoch gleich drei Powerplay-Möglichkeiten ungenutzt verstreichen – das Überzahlspiel präsentierte sich an diesem Dienstagabend wenig kreativ. Als alles bereits nach einer Verlängerung aussah, schlug die Stunde von Laura Kluge.
89 Sekunden vor der Schlusssirene nutzte die PWHL-Stürmerin eine Umschaltaktion, tanzte zwei italienische Verteidigerinnen aus und verlud auch Durante technisch brillant zum 2:1-Endstand (59.). Italien nahm zwar sofort die Torhüterin für eine sechste Feldspielerin vom Eis, kam aber gegen die nun sicher stehende deutsche Defensive nicht mehr gefährlich zum Abschluss.
Blick aufs Viertelfinale des Frauen-Eishockeyturniers bei Olympia 2026
Durch den Sieg klettert die DEB-Auswahl in der Tabelle der Gruppe B an Italien vorbei auf Rang zwei. Damit steht fest: Das Team trifft am kommenden Freitag oder Samstag im Viertelfinale auf den Zweitplatzierten der Gruppe A. Auch wenn der Auftritt spielerisch noch Luft nach oben ließ, stimmt die Moral vor Beginn der K.-o.-Phase.
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Statistik zum Spiel
Ergebnis: Italien – Deutschland 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
Tore: 1:0 Reyes (21.), 1:1 Nix (33.), 1:2 Kluge (59.)
Strafminuten: Italien 10, Deutschland 8
Zuschauer: 3.898
Kader von Italien: Durante – Mattivi, Stocker; Lobis, Fortino; Guerriero, Varano; Pierri – Caumo, Della Rovere, Reyes, Abatangelo, Fantin, Tutino; Roccella, Niccolai, Heidenberger; Kaneppele, Saletta, Mazzocchi; Bonafini
Kader von Deutschland: Abstreiter – Hark, Gleißner; Strobel, Jobst-Smith; Schaffrath, Hoppe; Schmitz – Nix, Hadraschek-Eisenschmid, Kluge; Voigt, Li. Welcke, Lu. Welcke; Schiefer, Haider, Feldmeier; Christof, Bartsch, Heine; Häckelsmiller

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