Der deutschen Nationalmannschaft ist im Viertelfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft 2023 ein Sensationssieg geglückt, womit sich Deutschland erst zum fünften Mal in Verbandsgeschichte in der Runde der letzten Vier platzieren konnte. Mit dem Halbfinaleinzug hatten die wenigsten Experten gerechnet, vor allem als der Viertelfinalgegner feststand, denn mit der Schweiz war der Gruppensieger der Gruppe B, in welcher sich unter anderem Rekordweltmeister Kanada befand, eine durchaus schwere Aufgabe. Durch einen 3:1 Erfolg der deutschen Mannschaft konnte diese Aufgabe jedoch überraschend gelöst werden, womit es nun im Halbfinale gegen das formstärkste Team im bisherigen Turnierverlauf, die USA, geht. Gegen die US-Amerikaner verlor die DEB-Auswahl während der Gruppenphase nur knapp mit 2:3 und hätte auch Chancen auf einen besseren Ausgang des Spieles gehabt. Nun bleibt für die deutschen Fans zu hoffen, dass es am Samstag in der „Nokia-areena“ im finnischen Tampere besser als in der Gruppenphase laufen wird.

Verdienter Sieg dank starker Mannschaftsleistung

Die Schützlinge von Bundestrainer Harold Kreis haben wider aller Erwartungen die Schweiz mit 3:1 bezwingen können, und zwar absolut verdient. Eine enorm gute Mannschaftsleistung, sowohl offensiv als auch defensiv, brachte der deutschen Mannschaft den Sieg, in welchem man in allen drei Spielabschnitten überlegen war. Die lettische Hauptstadt Riga scheint der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft zu liegen, denn auch beim letzten Halbfinaleinzug bei der WM 2021 war Lettland die Gastgebernation und die „Arena Riga“ die Austragungsstätte.

Wenig überraschend übte die zweitbeste Offensive der Gruppenphase gleich zu Beginn viel Druck auf die deutsche Defensive um Kapitän Moritz Müller aus, welcher wenig Raum für eigene Offensivaktion ließ. Aus diesem Druck konnte sich die deutsche Mannschaft jedoch schnell befreien und konnte sich erste Abschlüsse auf das Tor vom Schweizer Torhüter Robert Mayer erarbeiten. Der entscheidende Abschluss im ersten Drittel gelang Maximilian Kastner, Stürmer vom amtierenden deutschen Meister EHC Red Bull München, der in der siebten Minute den Führungstreffer erzielen konnte. Daraufhin geschah nicht sehenswertes mehr, sodass es mit einer knappen 1:0 Führung in die erste Drittelpause ging.

Nicht einmal eine Minute standen die Akteure beider Mannschaften nach der Pause wieder auf dem Eis, als die „Eidgenossen“ den Ausgleich durch Jonas Siegenthaler erzielen konnten. Folgend auf den Ausgleich der Schweizer wurde das Viertelfinale zu einem äußerst physischen Spiel, wobei es einige Male nicht im Rahmen der Regeln zuging. Ganze vier Zeitstrafen musste das Schiedsrichtergespann innerhalb von sechs Minuten aushändigen, drei gegen die Schweiz und eine gegen Deutschland. Die für den Spielverlauf wichtigste Zeitstrafe war jedoch die gegen den deutschen Starverteidiger Moritz Seider. Der NHL Rookie des Jahres erhielt aufgrund eines Bandenchecks eine Spieldauerdisziplinarstrafe, wodurch der Bundestrainer Harold Kreis ab Mitte des zweiten Drittels auf seinen NHL-Star in der Abwehrreihe verzichten musste. Was in der Defensive an Starpower aus der besten Eishockeyliga der Welt nach der Zeitstrafe fehlte, konnten die zwei NHL-Stürmer JJ Peterka und Nico Sturm mit ihren beiden Treffern gegen Ende des zweiten Spielabschnittes kompensiere. Den Anfang machte Peterka, Stürmer bei den Buffalo Sabres, der in der 38. Spielminute die deutsche Mannschaft erneut in Führung bringen konnte. Gerade einmal 36 Sekunden darauf vollendete Nico Sturm von den San Jose Sharks dann einen schönen Angriff und traf bereits zum sechsten Mal bei der WM 2023. Damit stand es vor Beginn des Schlussabschnittes 3:1 für Deutschland.

Im letzten Drittel war die Rollenverteilung auf dem Eis dann klar. Die deutsche Mannschaft wollte die Führung konsequent verteidigen und in der Defensive nichts anbrennen lassen, während die Schweizer offensive Chancen kreieren mussten, um das Spiel noch zu drehen. Letzteres sollte nicht geschehen und am Ende konnte sich die DEB-Auswahl den Viertelfinalsieg sichern und sich daher für das Halbfinale qualifizieren. Nun geht es gegen die USA für Deutschland um historisches, denn man könnte das erste WM-Endspiel seit 1953 erreichen.