Im Vorfeld des Matches war immer wieder vom Wiedersehen von DEB-Trainer Toni Söderholm mit seinem früheren Trainer Kari Jalonen, dem neuen Coach Tschechiens, die Rede. Vom Duell sich ähnelnder, finnischer Spielsysteme. Sogar von der Möglichkeit eines „Schachmatches“ (Söderholm). Auf alle Fälle hatte das deutsche Team gegen die Tschechen nach der bitteren 1:5 Niederlage bei der WM 2019 noch eine Rechnung offen.

Den Unterschied machte heute aber die gnadenlose Effizienz der Tschechen beim Überzahlspiel und die fehlende Genauigkeit der Truppe von Toni Söderholm beim Abschluss. So steht die tschechische Nationalmannschaft mit einem letztlich verdienten 4:1 im Halbfinale.

1. Drittel

Tschechien begann mit massivem Druck auf das deutsche Tor. Herausragend effektiv agierte dann im weiteren Verlauf die tschechische Top-Reihe um Roman Červenka, David Krejčí und David Pastrňák und erzielte zweimal in Überzahl die 2:0 Führung (3. Pastrňák /11. Červenka). Aber die DEB-Cracks kämpften sich zurück ins Spiel, hatten jedoch Pech, als Lukas Reichel kurz vor der Drittelpause nur den rechten Pfosten traf.

2. Drittel

Toni Söderholms Spieler verlagerten das Geschehen zunehmend in die tschechische Hälfte. Doch die Truppe von Kari Jalonen stand weiterhin defensiv sicher und ließ nur sehr wenig zu. Knackpunkt auch in diesem Drittel die Effektivität. Während Deutschland ihrerseits eine Überzahl nicht zum Torerfolg nutzen konnte, machte es Tschechien zum dritten Mal besser und kam im Powerplay durch David Krejčí in der 33. Minute zum 3:0. Symptomatisch, dass Marcel Noebels auch dank einem starken Reflex des tschechischen Goalies Karel Vejmelka nur die Latte traf.

3. Drittel

Das gleiche Bild zeigte sich auch im letzten Drittel: Tschechien spielte geduldig und in der Defensive souverän. Die unermüdlichen Bemühungen von Toni Söderholms Truppe zahlten sich erst in 54. Minute aus. Ohne Goalie Philipp Grubauer aber mit 6 Feldspielern auf dem Eis erzielte der NHL-Verteidiger Moritz Seider auf Zuspiel von Marcel Noebels das 1:3. Das DEB-Team drückte weiter, musste aber kurz vor Schluss noch das 4:1 hinnehmen, als Jiří Smejkal in das verwaiste deutsche Tor traf.

Wille und Einsatz stimmte wieder bei der deutschen Nationalmannschaft. Doch Tschechien war eben den Deut besser in der Chancenverwertung in Überzahl und machte verdient den Schritt ins Halbfinale am kommenden Samstag.