Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft der Frauen in der Top-Division, der höchsten Spielklasse des internationalen Eishockeyverbandes IHHF, ist beendet, womit nun die vier Begegnungen im Viertelfinale feststehen. Die WM wird im kanadischen Brampton ausgetragen und ist die insgesamt 22. Ausgabe seit dem ersten Turnier 1990 in Ottawa (Kanada). Aus den zwei Gruppen à fünf Nationen qualifizieren sich acht davon für das Viertelfinale. Dabei ist die Verteilung für die Anzahl an Viertelfinalplätzen zwischen den Gruppen nicht gleich, denn die Gruppen werden bei der IHHF Weltmeisterschaft nach der Position der Nationen in der Weltrangliste sortiert. Daher qualifizieren sich alle fünf Mannschaften aus der Gruppe A für die Playoffs, während aus der Gruppe B drei Nationen den Schritt in das Viertelfinale schaffen können.

DEB-Auswahl mit überragender Gruppenphase

Die deutsche Frauennationalmannschaft hat bei der WM 2023 in Kanada die beste Gruppenphase seit dem sensationellen vierten Platz bei der Weltmeisterschaft 2017 absolviert. Mit drei Siegen und einer Niederlage ist es der Mannschaft von Bundestrainer Thomas Schädler erstmalig seit 2019 gelungen, die Playoffs zu erreichen. Zu den Leistungsträgerinnen der DEB-Auswahl zählt neben Stürmerin und deutscher Topscorerin Celina Haider (3 Tore, 2 Assists) besonders die Torhüterin der deutschen Mannschaft, Sandra Abstreiter. Die 24-jährige Spielerin des Providence College war statistisch gesehen nämlich sogar der beste Goalie der WM-Gruppenphase.

Der wohl überraschendste Sieg der deutschen Damen kam gleich im ersten Gruppenspiel gegen die schwedische Mannschaft, welche bereits zwei Mal die Bronzemedaille gewinnen konnte. Mit einem 6:2 Sieg gelang der perfekte Start, woraufhin es dann gegen Finnland einen Dämpfer gab. Gegen die drittbeste Mannschaft der Welt hatte die deutsche Mannschaft keine wirkliche Chance und musste sich am Ende mit 0:3 geschlagen geben. Daraufhin fand die DEB-Auswahl mit einem souveränen 3:0 Sieg im Nachbarschaftsduell gegen Frankreich zurück in die Spur und konnte schlussendlich die Gruppenphase mit einem knappen 2:1 Sieg gegen Ungarn beenden. Nun steht für Deutschland allerdings eine wahrhafte Mammutaufgabe im Viertelfinale gegen die USA bevor. Sollte es den deutschen Damen allerdings gelingen, den 9-maligen Weltmeister zu schlagen, wäre es das erste Endspiel in der WM-Geschichte ohne US-amerikanische Beteiligung.

Spektakel zwischen den USA und Kanada

Bereits vor Turnierbeginn war zu erwarten, dass das Gruppenspiel zwischen den beiden Topfavoriten eines der besten Spiele der Weltmeisterschaft 2023 sein würde. Ein derartiges Spektakel war allerdings eher ein Wunschgedanke, denn in der Verlängerung konnte sich der Gastgeber aus Kanada durchsetzen und das Spiel knapp mit 4:3 gewinnen. Während es zwischen den USA und Kanada also bis zum Schluss extrem knapp zuging, gab es gleich am ersten Spieltag zwei Kantersiege. Im Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Finnland zeigten die Finninnen ihre Klasse und fegten die Französinnen mit 14:1 vom Eis, während die US-amerikanischen Damen mit 7:1 gegen Japan gewinnen konnten. Durch Deutschlands überragende Leistung in der Gruppenphase, sowie die bereits erwartete Stärke der beiden skandinavischen Nationen Finnland und Schweden, kristallisierten sich am Ende die Damen aus Ungarn und Frankreich als die beiden Abstiegskandidaten heraus. Damit werden die beiden Nationen um die Relegation in die Division I kämpfen.

Viertelfinalpartien

Tschechische Republik – Finnland
USA – Deutschland
Kanada –  Schweden
Schweiz – Japan