Nach zwei aufregenden Halbfinalpartien stehen die beiden Finalteilnehmer bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2024 fest. Die tschechischen Gastgeber treffen auf die Schweiz. Das Endspiel der WM 2024 findet am morgigen Sonntagabend um 20:20 Uhr statt, davor wird noch die Bronzemedaille um 15:20 Uhr zwischen den beiden unterlegenen Nationen aus dem Halbfinale ausgespielt. 

Tschechen kriegen Chance auf Gold bei der Heim-WM 

Etwas wovon viele Nationen träumen, könnte für die tschechische Nationalmannschaft am Sonntagabend Realität werden, nämlich der Titelgewinn bei einer Weltmeisterschaft im eigenen Land. Der letzte Titelgewinn der Tschechen liegt bereits 14 Jahre zurück und auch im eigenen Land konnte die tschechische Mannschaft bereits drei Mal triumphieren, allerdings noch unter tschechoslowakischer Flagge. Vor einer tobenden Heimkulisse in der ausverkauften Prager “O2 Arena” traf die Tschechische Republik im ersten Halbfinale auf Schweden. Für beide Nationen liegt der letzte Weltmeistertitel bereits einige Jahre zurück, womit es sowohl für die tschechischen Gastgeber als auch für die Schweden großen Druck gab. 

Im ersten Drittel gab es einen offenen Schlagabtausch und es ging mit einem 2:2 Unentschieden in die erste Drittelpause der Partie. Der Spielabschnitt gehörte dann den Gastgeber, die innerhalb von knapp drei Minuten eindrucksvoll ihre offensive Stärke demonstrieren konnten und sich eine 5:2 Führung erspielten. Der schwedische NHL-Star Joel Eriksson Ek entflammte im Abschlussdrittel mit seinem Anschlusstreffer noch einmal kurz die Möglichkeit einer Aufholjagd, allerdings war die tschechische Defensive, und allen voran Goalie Dostal, zu stark und brachte den Spielstand von 7: 3 am Ende ins Ziel, um den Finaleinzug klarzumachen. Neben der starken Offensive der Tschechen brillierte, wie bereits im Viertelfinale, der tschechische NHL-Goalie Lukas Dostal. Der 23-jährige talentierte Torhüter verzeichnete unglaubliche 37 Paraden und ließ bei 40 abgegebenen Schüssen der Schweden nur drei Treffer zu. 

Schweiz schafft die Sensation 

Damit hätte wohl keiner gerechnet, die Schweiz steht zum vierten Mal in der Geschichte im Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft. Dafür schlugen die “Eidgenossen” niemand geringeres als den Rekordweltmeister Kanada. Während die Kanadier bei 28 Weltmeistertiteln stehen, wartet die Schweiz weiterhin auf das Premierengold. Nun hat man am Sonntag im Finale zum vierten Mal die Chance, sich zum allerersten Mal zum Weltmeister zu krönen, muss dafür jedoch gegen die tschechischen Gastgeber bestehen. 

Wie zu erwarten war, brachte die starbesetzte kanadische Offensive von Beginn an viel Druck auf das Tor des Schweizer Goalie Leonardo Genoni. Der 36-jährige Torhüter lieferte eine herausragende Leistung und verzeichnete insgesamt 42 Paraden, womit im Endspiel die beiden vermutlich besten Torhüter der WM 2024, Genoni und Dostal (Tschechien) aufeinandertreffen. Gegen Ende des ersten Drittels nutzte die Schweiz innerhalb von zwei Minuten zwei Überzahlsituationen effizient, um die kanadischen Favoriten früh zu schocken und mit 2:0 in die Drittelpause zu gehen. Im zweiten Drittel mussten die Kanadier dann den Druck in der Offensive noch weiter erhöhen und sollten auch Erfolg finden. Nach vier Minuten konnte NHL-Stürmer Tanev den Anschlusstreffer erzielen. Mit einer knappen 2:1 Führung für die Schweiz ging es dann in die letzte Drittelpause. Das Abschlussdrittel hätte ohne den Schweizer Goalie Genoni auch gänzlich anders verlaufen können, denn der Torhüter verhinderte erneut einige gefährliche Torchancen der Kanadier und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Trotz Genonis Heldentaten konnte der Ausgleich der Kanadier nicht verhindert werden. NHL-Shootingstar Conor Bedard legte auf John Travares, Kapitän der Toronto Maple Leafs, auf, der mit seinem Treffer das Spiel in die Verlängerung brachte. Auch in der Verlängerung konnte sein Sieger bestimmt werden, sodass eine der wohl spannendsten Halbfinalpartien der jüngsten Vergangenheit im Shootout entschieden werden musste. Hier brillierte erneut Genoni, während Sven Andrighetto das Spiel entscheiden konnte und sein Land in das WM-Finale schoss.